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Schönheit boomt auch in der Krise

Schweiz-Ranking: Zürich auf Platz 1

Interesse an Schönheitsoperationen ist in Zürich am höchsten und in Tessin am niedrigsten Faltenunterspritzung bei beiden Geschlechtern am gefragtesten
Das Problem mit der Brust: Frauen möchten mehr, Männer weniger
 
Die starke Nachfrage nach Schönheitsoperationen hat sich auch durch die Corona-Krise kaum verändert. Das ergibt eine Umfrage der Plattform www.schoenheitsklinik.info unter rund 280 Schönheitskliniken in Europa – davon 21 in der Schweiz – sowie den Fachverbänden in europäischen Ländern. Im Gegenteil. Ästhetische Korrekturen sind gefragter denn je. Im Vergleich mit dem Jahr 2018 stieg die Zahl der Eingriffe im Jahr 2019 weltweit um 7,4 Prozent. Nach Schätzungen werden in der Schweiz jährlich knapp 100.000 Schönheitskorrekturen durchgeführt. Die Hälfte davon sind nicht-chirurgische Eingriffe, wie zum Beispiel Botox-Behandlungen. Weltweit sind es rund 25 Millionen Eingriffe. 
 
Auf Basis des Suchverhaltens von 65.000 Usern hat das Portal die Vorlieben der Schweizerinnen und Schweizer ermittelt. Die Glättung der Haut durch Faltenunterspritzung steht an Position eins der Schönheitseingriffe. Verschönerungsobjekt Nummer zwei ist sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern die Brust. Frauen wollen sie zumeist vergrößern, Männer möchten dies verhindern, denn ein vergrößertes Brustgewebe – im Fachbegriff Gynäkomastie genannt – gilt als sehr unmännlich. Überdurchschnittliche Steigerungsraten gibt es bei Frauen in den Bereichen Lidkorrektur und Laserhaarentfernung sowie bei den Männern in den Bereichen Falten, Lid- und Nasenkorrektur. 

Bevölkerung von Tessin ist mit ihrem Aussehen zufrieden

Die meisten Anfragen – rund drei Viertel – stammen von Frauen. Das durchschnittliche Alter der Personen, die sich auf der Plattform über chirurgische Eingriffe informieren, beträgt 39,6 Jahre (Frauen: 39,5 Jahre, Männer: 39,7 Jahre). In der Altersgruppe der 25 bis 34-Jährigen ist die Nachfrage am höchsten. Je älter die Menschen werden, desto weniger haben sie den Wunsch nach einer körperlichen Verschönerung. Am gefragtesten sind Schönheitsoperationen bei den Einwohnerinnen und Einwohner der Großregion Zürich. Menschen aus Tessin dürften mit ihrem Aussehen wohl zufrieden sein, denn sie zeigen das wenigste Interesse an Körperkorrekturen.

Nebeneffekt der Coronakrise: Maskenpflicht hilft bei der Verbergung von OP-Wunden

Erwin Oberascher, Geschäftsführer und Redakteur, hat in seiner Umfrage bei Schönheitskliniken einen interessanten Nebeneffekt der Coronakrise erfahren: „So hat die Maskenpflicht dazu geführt, dass sich Menschen gerade jetzt für Schönheitsoperationen im Gesichtsbereich interessieren. Die Maske versteckt dabei anfängliche Spuren einer gerade durchgeführten Operation. Auch durch Homeoffice und Kontaktreduktion lassen sich die vorläufigen Spuren eines Eingriffes gut verbergen“.

Das höchste Interesse an Schönheitsoperationen haben Personen aus: 
(Auswertung auf Basis der Suchanfragen von 65.000 Usern, anteilsmäßig auf die Bevölkerung gerechnet)

1. Zürich
2. Nordwestschweiz
3. Ostschweiz
4. Genferseeregion
5. Zentralschweiz
6. Espace Mittelland
7. Tessin
 
Verteilung des Interesses an Schönheitsoperationen in der Schweiz nach Alter:
(Verteilung aller Suchanfragen nach Altersgruppen, gesamt 100 Prozent)  
 
18- bis 24-Jährige: 12,4 %
25- bis 34-Jährige: 29,9 %
35- bis 44 Jahre: 19,5 %
45- bis 54 Jahre: 17,2 %
55- bis 64 Jahre: 12,5 %
über 65 Jahre: 8,6 %
 
Preisspannen für Schönheitsoperationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Brustvergrößerung: von 6.000 bis 8.800 Euro
Fettabsaugung: von 3.000 bis 8.000 Euro
Augenlidstraffung (Ober- und Unterlid): von 2.500 bis 6.000 Euro
Bruststraffung: von 5.000 bis 6.000 Euro
Nasenkorrektur (operativ): von 4.000 bis 8.000 Euro
Brustverkleinerung Männer (Gynäkomastie): von 2.000 bis 4.500 Euro
Bauchdeckenstraffung: von 4.000 bis 8.000 Euro

Weltweit rund 25 Millionen Eingriffe / International führend: USA, Brasilien, Japan

Weltweit ist die Schönheitschirurgie ein Milliardenmarkt. Laut der Internationalen Gesellschaft für plastische Chirurgie (ISAPS) wurden im letzten Jahr 25 Millionen Schönheitseingriffe durchgeführt. Mit einer jährlichen Steigerungsrate von rund 7,3 Prozent (2018: 23,3 Mio.). Die Länderrangliste wird dabei von den USA mit 4 Millionen Eingriffen angeführt, gefolgt von den Ländern Brasilien (2,6 Mio.), Japan (1,4 Mio.) und Mexiko (1,2 Mio.). Deutschland liegt mit 983.432 Eingriffen auf Platz sechs. Die weltweit beliebtesten Eingriffe waren: Faltenunterspritzung, Brustvergrößerung und -verkleinerung (Gynäkomastie), Fettabsaugung, Lid- und Nasenkorrektur sowie Laserhaarentfernung.

Die meist durchgeführten Schönheitsoperationen bei Frauen (mit Veränderung zum Vorjahr):
 
1. Faltenunterspritzung (+ 6 %)
2. Brustvergrößerung (- 3,5 %)
3. Fettabsaugung (- 1,6 %)
4. Lidkorrektur (+ 14,3 %)
5. Laserhaarentfernung (+ 21,2 %)

Die meist durchgeführten Schönheitsoperationen bei Männer (mit Veränderung zum Vorjahr): 

1. Faltenunterspritzung (+ 21,3 %)
2. Gynäkomastie (Brustverkleinerung) (+ 1,3 %)
3. Lidkorrektur (+ 15,5 %)
4. Fettabsaugung (- 1,4 %)
5. Nasenkorrektur (+ 9,1 %)

Gesamtzahl der Eingriffe weltweit (mit Veränderung zum Vorjahr):

Frauen: 21,7 Mio. (+ 6,8 %)
Männer: 3,3 Mio. (+ 11,5 %)