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ART BASEL 2018 Wir können es kaum erwarten!

Es ist wieder soweit: Mitte Juni wird Basel einmal mehr zum Zentrum der internationalen Kunstwelt. 

artbaselbildAn erster Stelle der Basler Kunstwoche vom 11.–17. Juni 2018 steht natürlich die Art Basel, die zweifellos als wichtigste Kunstmesse der Welt gilt. Doch ist die Art mittlerweile viel mehr als nur eine Messe: Verschiedene Sektionen und Rahmenprogramme wie Unlimited, Conversations, Talks, Filme und Kunst im öffentlichen Raum gehören ebenfalls dazu. Und dann gibt es natürlich noch die parallel stattfindenden Nebenmessen. Wir verschaffen den Überblick.

Die 291 präsentierten Galerien aus 35 Ländern stehen bei der diesjährigen 48. Ausgabe der Art Baselwie immer im Mittelpunkt. Besonders der Galleries Sektor in Halle 2 mit 226 der renommiertesten Galerien geniessen grosse Aufmerksamkeit. Im Feature Sektor zeigen 31 internationale Galerien fokussierte kuratorische Projekte und historische wie auch zeitgenössische Positionen. Die Solopräsentationen im Statements Sektor bieten SammlerInnen und BesucherInnen die grosse Chance, neue KünstlerInnen und Galerien zu entdecken – dieses Jahr schafften 18 neue Galerien hier den Einstieg. 14 auf dem Gebiet Editionen und Multiples spezialisierte Häuser stellen im Editions Sektor aus.

Nicht unerwähnt bleiben soll ausserdem das Programm die Film Sektion – die ist allerdings aufgrund der abendlichen Vorführzeiten vor allem für jene Art-GängerInnen geeignet, die in Basel übernachten, bei den Spätvorstellungen sind weitere Verschiebungen nicht selten.

Das Auditorium, in dem die frei zugänglichen Podiums-Veranstaltungen und Talks des ConversationsProgramms stattfinden, ist wie immer im vorderen Teil der Halle 1 zu finden, gleich neben dem Magazines Sektor, der UBS Planet Art Lounge, den Book Stores von Stampa und Zucker sowie einem Ableger des Vegi-Restaurants Hiltl. Ansonsten ist in der Halle 1 wie üblich der Unlimited Sektor beheimatet, wo eine Show mit 71 grossformatigen Werken von beteiligten Galerien das sechste Jahr in Folge von Gianni Jetzer kuratiert wird. Grosse Skulpturen und Gemälde, Videoprojektionen, Installation und Performances – das Programm umfasst geschichtlich bedeutende ebenso wie zeitgenössische Werke, renommierte wie auch aufstrebende Künstler, und verspricht museale Qualitäten. Unser Tipp: Um 10 Uhr mit der Conversation starten und anschliessend zur Unlimited wechseln – nachmittags ist der Andrang, gerade bei Werken mit beschränkter Kapazität, meist noch grösser.

Auch dieses Jahr sind nebst der Art auch etliche traditionelle Nebenmessen an ihren gewohnten Orten anzutreffen, mit einer Ausnahme: The Solo Project macht auch dieses Jahr eine Pause, um dann nächstes Jahr mit neuem Konzept und neuem Standort frisch durchzustarten (so wurde uns jedenfalls telefonisch versichert). Ansonsten locken die üblichen Verdächtigen: Die längste Geschichte hat die LISTE – Art Fair Basel in ihrer 24. Ausgabe. Die Messe, die sich als Sprungbrett für junge Galerien versteht, präsentiert auch dieses Jahr 79 Galerien (davon 16 erstmalig) aus 32 Ländern mit Arbeiten von über 140 KünstlerInnen. Seit 2005 ist auch das Performance Projekt ein fester, autonomer Bestandteil der LISTE. KuratorInnen werden eingeladen, ein zeitgenössisches Performance-Projekt mit jungen, vielversprechenden Performance-KünstlerInnen zusammenzustellen und aktuelle Trends in der Performancekunst vorzustellen.

Auch neu: Die VOLTA hat den Standort gewechselt und ist diese Jahr an der Elsässerstrasse 215 in der Nähe des Voltaplatzes in einer ehemaligen Coop-Lagerhalle stationiert, nichtsdestotrotz ist und bleibt sie ein Ort für Neuentdeckungen in der Kunstszene. Die SCOPE hingegen bleibt ihrem vorletztes Jahr neu bezogenen Standort treu. So wird die auf Bürofläche ausgelegte Geschosshöhe wohl erneut einen eher gedrungenen Eindruck hinterlassen. Die 2012 gegründete Kunstbuch-Messe I Never Read mit ihren rund 100 Ausstellern und Magazinen – im übrigen neben den Swiss Art + Design Awards die einzige hier genannte Messe mit freiem Eintritt – fühlt sich in der Kaserne immer noch wohl. Ebenfalls nicht weit ist auch die photo basel als spezialisierte Messe für Kunstfotografie, die wiederum im Volkshaus Basel logiert. Neu in diesem Jahr ist die Spezial-Ausstellung «Pivotal Moments», welche von Galerien ausgewählte Vintage-Drucke zeigt.

Direkt beim Zentrum des Art-Geschehens, nämlich in der Halle 1 Süd, findet man die Design Miami / Basel. Gegen 50 Design-Galerien aus elf Ländern zeigen historisches und zeitgenössisches Design. Ob Organisches von Caterina Tognon oder Modern-Industrielles von Jacques Lacoste, man trifft alles an. Ein besonderes Erlebnis ist immer das «Design at Large» Projekt in der grossen Halle im Erdgeschoss: Dieses Jahr im Fokus steht die Frage, wie die Vergangenheit die Gegenwart beeinflusst hat und wie diese unsere Zukunft beeinflussen könnte. Wir sind gespannt!

Traditionellerweise ebenfalls im Umfeld der Messe präsentiert das Schweizer Bundesamt für Kultur die Ausstellung zu den Swiss Art Awards und auch den Swiss Design Awards. Beide sind in der Halle 3 zu finden (zwischen Halle 1 und 2 gaaanz weit nach hinten gehen). Mit der Öffnung bereits um 10 Uhr eignen sie sich ideal als Auftakt für den Art-Tag, Kaffee und Gipfeli inklusive.

Wer genug von Messehallen und Galeriekojen hat, ist beim Parcours richtig. Erneut im Gebiet rund um den Münsterplatz und das historische Zentrum von Basel lassen sich Installationen unter freiem Himmel betrachten. Der wiederum von Samuel Leuenberger, Direktor und Kurator von SALTS in Birsfelden, kuratierte Parcours steht wiederum ab Montag Nachmittag bereit. Ein Highlight ist sicher wieder Parcours Night am Samstag – von 18 Uhr bis Mitternacht bereichern Performances die Kunstnacht, vom Münsterplatz bis zur Kaserne auf der anderen Rheinseite.

Etwas ganz anderes geschieht dieses Jahr auf dem Messeplatz: die dominikanisch-amerikanische Tänzerin Isabel Lewis lädt zur Massenchoreografie «Occasion» ein. Sie legt live selbst produzierte Musik mit Beats, singt oder tanzt und hat damit zum Ziel, die BesucherInnen in einer wohligen Atmosphäre zu verführen, damit sie vielleicht sogar mittanzen. So fordert sie auf ihre eigene Weise eine neue, unterschwellige Form der Partizipation. Zusammen mit der spanischen Künstlerin Lara Almarcegui und dem Kollektiv Recetas Urbanas entsteht während mehreren Wochen das Projekt «Basilea», das auch eine Architektur und eine Installation umfasst.

Nach einem erfolgreichen Start in München und Berlin debütiert die Paper Positions Basel im Ackermannshof! Rund 30 ausgewählte internationale Galerien präsentieren herausragenden Positionen zeitgenössischer und moderner Kunst mit Fokus auf dem Medium Papier. Die Druckereihalle in der zentral gelegenen St. Johanns-Vorstadt eignet sich bestens für die Zeichnungen, Collagen, Scherenschnitte, Fotografien, Künstlerbücher und Objekte. Die Eröffnung ist am 12. Juni um 18 Uhr.