Jack White im X-tra
Leicht verspätet kommt der Sohn von polnisch-schottischen Auswanderern in einem blauen Anzug auf die blau ausgeleuchtete Bühne vom Zürcher X-tra. Erstaunlich gross und schlaksig, doch gewohnt bleich und schwarz Haarig, kommt der Bluesrocker aus den USA daher und greift sogleich kräftig in die elektrischen Gitarrensaiten. Als Unterstützung brachte Jack White gleich sechs wunderschöne und wunderbar begabte Frauen mit, die die Herausforderung annahmen den Herrn Weiss musikalisch gebührend zu unterstützen. Die reine Frauenband bestand nebst den üblichen Rockband-Instrumenten auch aus einer Geige und einem Kontrabass, die beide für schöne Verschnörkelungen und Dramatisierungen sorgten. White wusste das Publikum sofort zu begeistern und spielte mit “Missing Pieces“ als zweiten Song bereits einer seiner Hits seines ersten Soloalbums. Es sollte nicht der letzte Track ab Blunderbuss bleiben, denn auch der dritte Paukenschlag vom bleichgesichtigen Gesangs- und Gitarrenakrobat war ein Höhepunkt aus seinem Soloalbum. Er spielte “Sixteen Saltines“. White der dauernd auf der Bühne herumsauste, um diverse Verrenkungen zu seinen Gitarrenkünsten zu vollziehen, brauchte deshalb die Mikrophone seiner Bandkolleginnen ab und zu auch gleich selber. White verstand es geschickt sein eigenes – noch begrenztes Repertoire – durch einige White Stripes Songs zu strecken. Darunter waren Klassiker wie “Black Math“. Nach knapp einer Stunde legt White seine Gitarre auf den Verstärker, lässt den Verstärker aufschreien und geht ab der Bühne. Unter tosendem Beifall kommt er natürlich wieder auf die Bühne und greift noch einmal in die Saiten, wenn auch nur für kurze Zeit. Doch Jack White hat sich noch ein Zückerchen für den Schluss aufgespart. Er beginnt lautstark mit seinen weissen Leder Schuhen auf den Boden zu hacken und das Publikum steigt mit Klatschen ein. Der Bass wird aufgedreht und es ertönen die ersten Noten von “Seven Nation Army“. Nach einer ultra langen Version des Überhits der White Stripes legt White seine Gitarre abermals auf den aufschreienden Verstärker und verbeugt sich artig mit seinen Mitspielerinnen, bevor er ab der Bühne schreitet – diesmal definitiv.
Hörprobe: Jack White – “Sixteen Saltines”
Text von Yannick Schwarz. Fotos von Laure Schildknecht.




















